Leute, leute, leute. Heute plaudere ich mal aus dem Nähkästchen — ich kenne Agenturbetreiber und Ferienhausbesitzer, und die erzählen mir Dinge, die man kaum glauben würde. Ich bin der Meinung: in 2026 sollte man grundsätzlich auf Augenhöhe sein. Zu 80 Prozent sind die Gäste auch wirklich nett, entspannt, dankbar. Man hört von ihnen wenig — weil sie einfach genießen. Aber die anderen 20? Die übertreffen alles zusammen. Und zwar so, dass es in keinem Verhältnis steht.

Zwei Beispiele. Zwei Monate. Beide wahr.

Geschichte eins — Wein, Bioeier und die unbequeme Couch

Zwei Damen gesetzteren Alters buchen ein Ferienhaus mit Meerblick. Heutzutage weiß man ja eigentlich was man bucht — man sieht es auf den Fotos, man liest die Beschreibung, man kennt den Preis. Und der Preis war, für die Gegend, durchaus angemessen. Es sah aus wie auf den Bildern. Das kann ich versichern.

Kaum angekommen kamen die ersten WhatsApp-Nachrichten. Wo denn der nächste Biobauer sei. Und ob man vielleicht — zwei, nein, vier Flaschen Wein vorbeibringen könnte.

„Ich hätte ihnen einen Vogel gezeigt."

Aber die Agentur ist nett. Die Agentur bringt Bioeier. Die Agentur bringt vier Flaschen Wein aufs Haus — weil man ja einen guten Eindruck machen möchte, weil man Stammgäste gewinnen will, weil man einfach nett ist. Und was kommt als Dank? Die Bude sei völlig runtergekommen. Ob man vielleicht andere Matratzen haben könnte. Und die Couch — auf der könne man ja nicht mal ein Buch lesen, so unbequem sei die.

Nun gut. Für den einen bequem, für den anderen nicht — das ist nun mal so. Der Geschmack ist verschieden, das ist kein Vorwurf. Aber dann kam das Angebot: ein doppelt so großes Haus, gegen einen kleinen Aufpreis, aber mit großzügigem Rabatt. Die Antwort? Nein. Sie bleiben.

Aaaahja.

Man möchte fragen: Hat man sie gezwungen zu buchen? Hat man ihnen die Augen verbunden beim Blick auf die Fotos? Nein. Sie wussten was sie buchen. Und sie blieben trotzdem — und ließen es alle wissen.

Geschichte zwei — Pizzakartons, fünf Blätter und die Kunst des Schlüsseldrehens

Check-in ist um 16 Uhr — so steht es in den AGB. Man drückt aber ein Auge zu und sagt: 18 Uhr ist auch in Ordnung, kein Problem. Bitte einfach eine Stunde vorher kurz Bescheid geben, damit der Mitarbeiter rechtzeitig vor Ort ist.

Um 18 Uhr kommt eine Nachricht: Verspätung. Man komme um 20 Uhr. Man habe noch Wasser holen müssen.

Wasser holen. Zwei Stunden. Der Mitarbeiter wartet. Um 20 Uhr kommen zwei Damen und ein Herr — mit Pizzakartons unter dem Arm. Schonmal was von Verschwendung von Lebenszeit gehört?

Egal. Man zeigt das Haus. Die Putzfrauen waren mittags da, alles frisch gereinigt. Doch dann: eine winzige Ecke in der Dusche, die man nur mit der Lupe sehen würde. Der Mitarbeiter sagt ruhig: kein Problem, die Putzfrauen kommen morgen früh nochmal her und erledigen das. Der Gast: nein. Jetzt. Es ist 20:30 Uhr abends — der Mitarbeiter antwortet: sorry, jetzt kommt niemand mehr. Und was denkt der sich eigentlich? Zwei Stunden zu spät, genaugenommen vier, und alle sollen springen?

Und draußen auf der Terrasse? Fünf Blätter. Fünf Blätter auf dem Boden. Mittags war die Terrasse sauber — aber es war windig, also liegen jetzt wieder Blätter da. Soll man die Bäume fällen? Die Ameisen ausräuchern? Die Mücken ausrotten — nur weil sie kommen?

Und dann, als wäre das alles noch nicht genug: „Ich muss hier ja 20 Meter laufen — ich dachte, das Haus ist direkt am Strand!" Äh — ja? Es ist am Strand. Wo soll es denn sonst sein? Mitten im Meer?

Ja. Wind. Blätter. Zwanzig Meter. Sardinien. So ist das.

Dann der Ausweis. In Italien ist das gesetzliche Pflicht — jeder Gast muss bei der Polizei angemeldet werden, das weiß jeder der schonmal in Italien Urlaub gemacht hat. Der Mann schaut den Mitarbeiter an und sagt: er zeige seinen Ausweis erst, wenn er den Ausweis des Mitarbeiters gesehen habe. Als wäre der Mitarbeiter der Verdächtige.

Es wird lauter. Dann frecher. Dann beleidigend. Der Mitarbeiter — der im Übrigen nur für Check-in und Check-out zuständig ist, kein Page, kein Hausmeister, kein Dienstmädchen — geht. Ruft seinen Chef an.

Kurz danach kommt eine Nachricht: kannst du bitte zurückkommen, wir möchten uns entschuldigen. Der Mitarbeiter geht zurück. Die zwei Damen sitzen am Tisch beim Wein. Der Mann sagt schroff: die Tür gehe nicht zu. Der Mitarbeiter dreht den Schlüssel einmal um. Tür zu. Der Mann sagt: „Aha." Keine Entschuldigung. Nichts.

Am nächsten Morgen fährt der Chef selbst hin — bringt Dolci mit, zeigt guten Willen, möchte die Situation deeskalieren. Wird genauso angeschrien wie der Mitarbeiter am Abend zuvor. Ende der Diskussion: Sie verlassen das Haus bis 18 Uhr. Sie haben hier das Hausrecht.

Nachmittags, während die Koffer noch nicht gepackt sind, kommt eine Nachricht beim Mitarbeiter an: „Bring Grillbesteck mit!"

Es mussten die Carabinieri kommen. Der Mann bewarf die Mitarbeiter mit Kohle.

Und jetzt kommt der Anwalt.

„Wie kann man sich nicht in Grund und Boden schämen? Ich weiß es nicht."

Der Mitarbeiter hat das alles bemerkenswert ruhig und lang ausgehalten. Und das Haus steht noch. Das ist auch schon was.

Überlegt euch, ob ihr als Gast auf Augenhöhe sein wollt — oder lieber der Prinz von Samunda.

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