Das Haus sah auf den Fotos gut aus. Aber kein Foto hatte uns auf das Licht vorbereitet, das morgens durch die Terrassentür fällt — und auf die Stille, die danach kommt. Es war halb acht, der Kaffee noch heiß, und draußen lag das Meer so ruhig da, als hätte jemand eine Glasscheibe darübergelegt.
Die Villa San Pantaleo liegt oberhalb von Porto Cervo, aber weit genug weg, um nichts davon zu hören. Macchia-Geruch, Zikaden, ab und zu ein Boot am Horizont. Wir hatten vier Nächte gebucht und haben am letzten Abend überlegt, ob wir verlängern könnten.
Das Haus
Weißgetünchter Naturstein, Terrakottaböden, Holzbalken unter der Decke. Jemand hat sich bei der Einrichtung echte Gedanken gemacht — ohne in den Fehler zu verfallen, ein „mediterranes Designhaus" draus zu machen. Es wirkt bewohnt, nicht inszeniert. Das Sofa lädt zum Sitzen ein, die Küche ist zum Kochen da.
„Ein gutes Ferienhaus erkennt man nicht an den Fotos. Sondern daran, dass man am zweiten Tag vergessen hat, wie es ausgesehen hat — weil man einfach darin lebt."
Der Pool liegt auf der unteren Terrasse, direkt am Hang. Man sieht von dort über die Bucht bis nach Caprera. Wir haben einen Nachmittag lang nichts anderes getan als dort zu sitzen — abwechselnd lesen und aufs Wasser schauen. Kein schlechter Plan.
Die Lage
Fünf Minuten Fußweg zum nächsten Strand — einem der ruhigeren in der Gegend, weil er keine eigene Zufahrtsstraße hat. Zehn Minuten mit dem Auto nach Porto Cervo, wenn man Supermarkt oder Restaurant braucht. Aber ehrlich gesagt waren wir selten weg. Das Haus zieht einen rein.
Was man wissen sollte: Die Straße zum Haus ist eng und kurvig, mit einem normalen Mietwagen kein Problem, aber nichts für große Vans. Das WLAN funktioniert im Erdgeschoss besser als oben — was kein Nachteil ist, wenn man sowieso nicht online sein möchte.
Was wir mitgenommen haben
Nicht viel — im guten Sinne. Das ist das Merkmal eines guten Hauses: Man kommt an, packt aus, und hört auf, irgendwo hinzumüssen. Die Costa Smeralda hat ihren Ruf als teures Pflaster nicht ohne Grund. Aber wenn man das Haus als Zentrum begreift und nicht als Ausgangspunkt für Ausflüge, relativiert sich das schnell.
Wir kommen wieder. Wahrscheinlich früher im Jahr — April oder Oktober, wenn die Straßen noch leer sind und das Licht noch goldener.